Anglergemeinschaft Lütmarsen

Die Anglergemeinschaft Lütmarsen wurde am 17. Januar 1970 gegründet. Ziel dieser Vereinsgründung war es, die Grube innerhalb der Gemarkung Lütmarsen zu pachten und geordnete, fischereirechtliche Verhältnisse zu schaffen. Dazu war bereits im Vorfeld Kontakt mit der Unteren Fischereibehörde des Kreises Höxter aufgenommen worden, sodass der erste Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 12 Jahren am 18.02.1970 unterzeichnet werden konnte. Mit diesem Pachtvertrag wurde die Anglergemeinschaft verpflichtet, jährlich 400 Bachforellen in der Größe 10 – 15 cm in das Gewässer einzubringen. Die damalige Fischereigrenze Richtung Ovenhausen bildete die Brücke der L 755 zwischen Lütmarsen und Ovenhausen, bei den heutigen Fischteichen. In Richtung Höxter war die Brücke der L 755 beim Hause Kossmann die Fischereigrenze.

Im Jahr 1973 wurde der Grubebach im Auftrag der Stadt Höxter kanalartig begradigt. Man versprach sich von dieser Begradigung auftretendes Hochwasser schneller ableiten zu können. Leider musste auch alter Baumbestand weichen. Heut hat man die Erfahrung und Erkenntnis, dass solche Aktionen nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Oft tritt genau das Gegenteil ein, die Hochwassergefahr nimmt um ein vielfaches zu. Die besten Beispiele haben sich in den vergangen Jahren an Rhein, Elbe und Oder gezeigt.

 

1975 gelang es der Anglergemeinschaft ein weiteres Stück der Grube anzupachten, beginnend bei der Brücke Kossmann bis zum jetzigen Grundstückende der Firma Waldhoff.

Im Zuge der Gewässerneuordnung erhielt die Anglergemeinschaft Lütmarsen mit dem ab 1982 gültigen Pachtvertrag das Fischereirecht in allen in der Gemarkung Lütmarsen vorhandenen Fließgewässern. Dieses Fischereirecht umfasst den Grubebach von der Brücke der L 755 Richtung Ovenhausen bis zum heutigen Grundstückende vom Aldi- Markt in der Pfennigbreite auf einer Länge von ca. 3,700 km. Ferner umfasste der Pachtvertrag die Gewässer Bollerbach und Mühlbach, ebenfalls in der Gemarkung Lütmarsen.

Der Bachlauf

Bei der Grube handelt es sich um ein Fließgewässer mit einer durchschnittlichen Breite von 2 m bis 5 m und einer Tiefe von 5 cm bis 150 cm. Dabei wechselt die Gewässerform von flachen, kiesigen, schnellfließenden Strecken, die von den Forellen zur Eiablage benötigt werden, mit langsamfließenden tiefen Gumpen, die den Fischen Schutz und Unterschlupf bieten.

Da es sich bei der Grube um ein recht kleines Gewässer handelt, gestaltet sich die Bewirtschaftung in trockenen  Jahren sehr schwierig. Da auch in der Anglergemeinschaft in den vergangen Jahren das Verantwortungsbewusstsein für Fisch und Pflanze am Bach gestiegen ist, können auch solch schwierig Zeiten gut gemeistert.

Problematischer wird dies jedoch bei privaten Bachanrainern, die das Gewässer im wieder als private Mülldeponie ansehen und Gartenabfälle und anderen Mülle im und am Wasser entsorgen. Die regelmäßigen Reinigungsaktionen tragen Zeugnis von der Unachtsamkeit mancher Anwohner.

Durch den Ausbau der Kanalisierung wurde das Gewässer erheblich von schädlichen Belastungen befreit. Dies zeigt sich dem aufmerksamen Betrachter darin, dass im heutigen Zustand kaum noch Algen an den Steinen wachsen.

Die Anglergemeinschaft in ihrer heutigen Form hat 14 aktive Mitglieder sowie 6 passive Mitglieder. Seit Mitte der achtziger Jahre bildet unser schon traditionelles Anangeln im Frühjahr den Höhepunkt unseres Vereinslebens. Bei dieser Veranstaltung wird der jährliche Anglerkönig ermittelt. Die dabei gefangenen Fische werden zu einem späteren Zeitpunkt bei einem gemeinsamen Treffen geräuchert und verzehrt.

Im Jahr 2010 feiert die Anglergemeinschaft ihr 40. jähriges Bestehen. Dazu wird erstmalig in der Vereinsgeschichte ein Fest unter der neu erbauten Ellernscheune ausgerichtet. Das Fest findet am 29.05.2010 statt. Als Tanzband wird die Gruppe Lost and Found aufspielen. Zu diesem Fest laden wir schon jetzt alle Lütmarser und Freunde der Anglergemeinschaft recht herzlich ein.

Ansprechpartner:

Martin Sonderer, Lütmarser Tal 18, 37671 Höxter - Lütmarsen, Tel.: 05271/34966

Bilder und Texte: Martin Sonderer

Fischarten in der Grube

Die Bachforelle

Die Bachforelle ist der Fisch, der am häufigsten in der Grube vorkommt. Die Bachforelle ist ein typischer Fisch, der europäischen Gebirgsflüsse. Ihre Größe ist von der Umgebung, sowie vom Nahrungsangebot abhängig. In der Grube erreichen einzelne Exemplare Größen von bis zu 50 cm, bei einem Gewicht von bis zu 1500g. Die durchschnittliche Größe liegt bei 25- 30 cm. Die Bachforelle ernährt sich von Wasserinsekten und kleinen wirbellosen Wassertieren. Große Exemplare stellen auch kleineren Artgenossen nach. Die Laichzeit beginnt im November und kann bis zum Januar andauern. Die Eier werden in einer Laichgrube abgelegt, welche die Forelle mit ihrem Körper und ihren Flossen in den kiesigen Untergrund des Baches gräbt.

Die Regenbogenforelle

Die Regenbogenforelle ist keine einheimische Fischart. Sie stammt aus dem Westen der USA. Nach Europa gelangte Sie Ende des 19. Jahrhunderts. Sie beheimatet Bäche, Stauseen und Fischteiche mit genügend Durchfluss. Die Größe und Nahrungsaufnahme entspricht denen der Bachforelle. Ein Ablaichen der Regenbogenforelle ist in der Grube bisher nicht beobachtet worden.

Der Bachsaibling

Auch  der Bachsaibling stammt ursprünglich aus Nordamerika. Auch er wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den europäischen Gewässern angesiedelt. Der Bachsaibling ist hier in unserer Grube sehr selten, in den meisten Fällen ist er ein Flüchtling aus benachbarten Teichen. Die größten, gefangenen Exemplare waren ca. 35 cm lang, bei einem Gewicht von ca. 500g. Die Größe und Nahrungsaufnahme entspricht denen der Bach- und Regenbogenforelle.

Die Mühlkoppe (Groppe)

Die Mühlkoppe ist inzwischen sehr selten geworden und steht seit einigen Jahren unter Naturschutz. Die Fische erreichen eine maximale Größe von 15 cm. Der Fisch ist sehr unbeweglich  und kann daher Hindernisse wie Wehre und Querverbauungen im Fluss nicht überwinden, sodass oftmals isolierte Restbestände in einigen Flussabschnitten vorkommen. Die Mühlkoppe benötigt sauberes Wasser. Der Fisch ernährt sich von Insektenlarven und Kleinfischen. Die Laichzeit beginnt im April und endet Ende Mai, Anfang Juni. Die Eiablage findet an der Unterseite von Steinen und in Höhlen statt. Das Männchen bewacht die Eier.